logo

Rinder

sind in der ganzen Welt weit verbreitete Haustiere. Sie leben in Herden und bilden dabei im Herdenverband individuelle Freundschaften, die man auf den Weiden beobachten kann. Es grasen immer zwei bestimmte Tiere gemeinsam in der Nähe oder es liegen zwei nahe beieinander. Befreundete Tiere betreiben auch gegenseitige Körperpflege. Rinder sind – ähnlich den Pferden – intelligent und zeichnen sich durch ihre besondere Neugier aus. Man kann ihnen einen Namen geben. Sie wissen genau, wenn man sie ruft.

Kühe gehen emotionale Bindungen ein

Mutterkuh mit KalbEine erfahrene Mutterkuh stellt sich schon früh auf die nahende Geburt ein und so wird schon vor der Geburt der Lockruf für das noch ungeborene Kälbchen geübt. Kommt das Kalb dann zur Welt wird es sofort trocken geleckt. Dadurch wird die sogenannte Prägung hergestellt. So erkennt die Mutterkuh schon am ersten Tag ihr Kind am Geruch. Dieses Verhalten dient auch gleichzeitig zur Vorbeugung von Krankheiten. Sie lässt keinesfalls ein anderes Jungtier an ihren Euter. Nach gut einer Woche kann die Mutter ihr Kleines auch an der Stimme aus einer Gruppe von Kälbern heraushören und nach zwei Wochen erkennt sie es auch am Aussehen. Junge Kühe lernen von den älteren Tieren. 

In den Milchkuhbetrieben wird der Mutterkuh ihr Junges zumeist schon einige Stunden nach der Geburt weggenommen. Die Milch ist für die Milchproduktion reserviert, das Kalb muss sich mit einem sogenannten Milchaustauscher begnügen. Dieser Verlust ist für die Mutterkuh ein traumatisierendes Erlebnis. Tagelang ruft sie nach ihrem Jungen. Das erschütternde Klagen der Kühe ist ein vertrauter Klang auf dem Land. Das Kalb wird der Mutter so früh (jedenfalls vor dem vierten Lebenstag) abgenommen, damit sie keine zu enge Bindung zu ihrem Jungen aufbaut. Ihre Verzweiflung würde sich ansonsten noch viel länger hinziehen. Diese Praxis ist auch bei der sogenannten Bio-Haltung nicht unüblich! Die Mutter-Kind-Haltung gibt es hier üblicher Weise nur bei Rindern, die zur Fleischgewinnung gehalten werden.

Vermittelte Illusionen und Realität

Überall sieht man zu Werbezwecken friedlich grasende Kühe auf Weiden oder Almen stehen. Doch rund 90 %(!) der Milchkuhbetriebe haben, wie beispielsweise in Österreich, noch immer die ständige Anbindehaltung. Das bedeutet die Kuh ist am Kopf mit einer Kette oder zwischen zwei Metallstäben fixiert. Das Aufstehen und Niederlegen ist die einzige Bewegung, die ihr möglich ist. Nicht einmal Einstreu ist vom Gesetz verpflichtend vorgeschrieben und so liegen die Kühe dann direkt auf dem harten Betonboden.

KuheuterDurch die Intensivhaltung leiden die Rinder häufig an Stoffwechsel-, Klauen- und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Die Milchkühe sind dahin gezüchtet, dass sie 6.000–10.000 Liter Milch im Jahr geben. In Folge haben sie durch den unnatürlich vergrößerten Euter weitere gesundheitliche Probleme.

In Mitteleuropa werden den Rinder häufig die Hörner entfernt, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen. Bei einer tier- und artgerechten Haltung würde sich das erübrigen, da die Tiere eigentlich gern im Herdenverband leben. 

Rinder sind sensible Tiere, die emotionale Beziehungen eingehen. Ihnen am Ende ihres Lebens – das oft genug hart und traurig verlaufen ist – Leid zu ersparen ist das mindeste, was man verlangen kann.


Weitere Hinweise (teilweise Quelle)